Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

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Martin H.
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Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Martin H. » Montag 20. Mai 2013, 22:42

Hallo zusammen,

mich würde interessieren, ob jemand Soldatenfliegen als Futter verwendet.

Soldatenfliegen (Hermetia illucens) gibt es inzwischen recht günstig (1 kg gemischte Größen für unter 10 EUR). Soldatenfliegen (Black Soldier Fly, Phoenix Worms, Calci-Worms) lassen sich aber auch recht einfach in kurzer Zeit selber züchten. Zudem haben sie ein günstiges Calcium/Phosphor-Verhältnis (vermutlich abhängig, von dem was man als Futter reinsteckt). Man könnte sie m.E. daher gut als "Grundfutter" für die Aufzucht von einer größeren Schar gefrässiger Jungtiere (Ceratophys, div. Bufo/Rhinella Arten) verwenden. Die einzigen Bedenken die ich habe: Sie haben eine recht feste Haut => werden sie gut verdaut?

Wie sehen Eure Erfahrungen dazu aus? Ich hab hier im Forum nur zwei threads gefunden, in denen Soldatenfliegen erwähnt werden und einen, in dem es um die Aufzucht geht:
http://www.pacmanfrogs.de/forum/viewtop ... 73&p=14691

viele Grüße
Martin

Martin H.
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Martin H. » Freitag 24. Mai 2013, 06:10

Hi,

ich hatte vor ein paar Jahren schon mal Soldatenfliegen Indoor gezüchtet. Wenn man erst mal den Bogen raus hat, ist es recht einfach und sie vermehren sich ohne großen Aufwand recht zügig und in Massen. Da ich dieses Jahr hoffentlich einige Frösche aufziehen werde, wollte ich wieder in die Soldatenfliegenzucht einsteigen. Allerdings dieses mal im Sommer draussen und erst wenn es wieder kühler wird in einer großen Box mit künstlicher Beleuchtung drinnen.

Für den Neustart meiner Zucht habe ich mir 1 kg gemischte Larven bestellt die gestern angekommen sind. Darf man etwas Werbung machen (falls nicht, den Link unten einfach wieder löschen)? Bin von der Ware nämlich recht angetan. 1 kg (ist sogar etwas mehr) für knapp 10 EUR (+ Versand), super verpackt und ich konnte keine toten oder zerquetschten Maden sehen. Hat auch überhaupt nicht gestunken oder so. Auch die Zophobas die ich mir dort bestellt habe sind recht groß, sehen fit aus, ebenfalls keine toten oder stinkigen und keine Buckelfliegen. Zwei Bilder von den Soldatenfliegenmaden:

Bild


Bild


Ich hab sie mir bei www.hermetia-zucht.de bestellt.

Ich denke, das Kilo Larven dürfte einen guten Zuchtansatz darstellen. Werde mal drei Portionen draus machen, die ich unterschiedlich warm stelle, damit die Fliegen zeitversetzt schlüpfen.

viele Grüße
Martin

Quak
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Quak » Freitag 24. Mai 2013, 07:52

Hallo Martin,

ich hab mit denen vor 2-3 Jahren auch mal rumexperimentiert. Indoor fand ich den Lichtbedarf einfach extrem, also da sträubt sich bei mir irgendwie was, da bei einer Futtertierzucht soviel Watt drüber zu hängen. Auf dem Balkon hatte ich dagegen das Problem, dass sich der Behälter extrem schnell überhitzt hat. Einen gewissen Wärmestau hielt ich wegen den Temperaturen morgens und abends bzw. an trüben Tagen für notwendig, mittags war der dann aber an richtig heißen Tagen tödlich. Ein anderes Problem waren die Milben im Substrat.
Grundsätzlich finde ich diese Art als Futtertier sehr interessant, aber ich würde es bei einem erneuten Versuch wohl nur sommers im Gewächshaus probieren, das sich besser klimatisieren lässt.

Bei 10,-Euro/kg lohnt sich selber Züchten ja aber eh fast kaum, der Preis ist ja tatsächlich unschlagbar für so ein hochwertiges Produkt.

Verfütterst du dann die Fliegen oder die Larven? Bei mir wurden die Larven nicht gerne gefressen, die waren einfach etwas zu hartschalig, die Fliegen wurden aber gerne angenommen.

Grüße

Martin H.
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Martin H. » Freitag 24. Mai 2013, 20:08

Hallo Florian,

ja, den Preis für das Kilo gemischter finde ich auch gut. Kommt aber leider noch Porto dazu. Mir waren sie von der Größe etwas zu wenig gemischt. Da hatte ich mehr unterschiedliche Größen von micro bis verpuppungsreif erwartet. Waren fast alle einheitlich groß. Was evtl. auch interesssant ist, die Größe klein oder mini. Allerdings ist da der Kilopreis deutlich höher (sind aber auch wesentlich mehr Maden).

Bei meinen ersten Zuchtversuchen stand die Box an einem Fenster, wo am späten Nachmittag die Sonne reinschien. Das hat für die Zucht ausgereicht.

Später bin ich mit der Box in den Keller umgezogen und hab eine 35 W HQI für 2 bis 3 Stunden am Tag eingeschaltet. Ansonsten gab es nur indirekte Beleuchtung durch die Terrarien. Die 2 bis 3 Stunden haben für die Vermehrung ausgereicht.

Michael von http://www.terrarienbilder.de schreibt, dass er die Fliegen inzwischen nur noch im Sommer auf dem Balkon vermehrt. Dort steht die Kiste im Schatten.

Ich wollte es diesen Sommer mal draußen in einem Gazekäfig probieren. Ich denke, so hoch muss die Luftfeuchtigkeit sein. In USA kommen die Fliegen ja frei vor, da werden einfach nur Brutbehälter in den Garten gestellt. Einige haben aber auch Gazeboxen.

Ich denke Wüstentiere bzw. Tiere aus trockeneren Gebieten, die etwas härter Futtertiere gewohnt sind nehmen sie vermutlich lieber an als Tiere aus feuchten Gebieten. Meine Kröten fahren total auf hartschalige kleine Käfer ab. Für die Aufzucht einer größeren Menge Jungkröten ist es m.E. ein gutes und günstiges Grundfutter.
Allerdings verfüttere ich primär die hellen Larven. Sobald sie dunkel werden, wird m.E. die Haut noch härter. Das Präpuppenstadium verfüttere ich nur noch an Vogelspinnen.

Die Fliegen haben das Problem, dass man sie nur an tagaktive Tiere in sehr hellen Terrarien verfüttern kann, da sie sich sonst nicht bewegen. Oder man verfüttert sie von der Pinzette. Auch ist ihr Nährwert wesentlich geringer als der der Larven.

viele Grüße
Martin

reloaded

Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von reloaded » Samstag 25. Mai 2013, 06:50

Hallo,
ich habe öfter von besagtem Michael mal eine Dose voll bekommen, weil sie bei ihm überhand nahmen und wir uns monatlich 1 x auf dem Stammtisch sahen. Maden haben meine Perleidechsen gerne gefressen, die Fliegen habe ich meinem Pantherchamäleon verfüttert. Da ist es (wie Martin schreibt) schön hell und dann fliegen sie auch, der mochte sie gerne. Die Anolis haben sie ignoriert. Ich meine mich zu erinnern, dass ich Maden auch ab und an meinem Schmuckhornfrosch verfüttert hatte.

Martin H.
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Martin H. » Samstag 25. Mai 2013, 09:40

reloaded hat geschrieben:
ich habe öfter von besagtem Michael mal eine Dose voll bekommen, weil sie bei ihm überhand nahmen
Ist ja bei vielen Futtertierzuchten so, dass wenn sie man laufen, sie mehr abwerfen als man brauchen kann. Ist aber auch gut so, besser so als umgekehrt. Wenn die Soldatenfliegenzucht aber erst mal läuft, wirft sie vielvielvielviiiieeel mehr ab, als man verwerten kann. Ausser man hat eine große Hühnerschar. Sind nämlich auch ein super Hühnerfutter.

Quak
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Quak » Samstag 25. Mai 2013, 12:11

Hallo,

dass nur 2-3 Stunden Beleuchtung ausreicht, wusste ich nicht, dann wird es ja tatsächlich auch im Zimmer wieder interessant. Brauchen die aber nicht auch die Wärme?

Irgendwo im Netz gibt es eine Seite über Zuchtversuche in wissenschaftlichem Rahmen und bei denen haben die in Gazekäfigen in Gewächshäusern erst getan, als die noch zusätzlich beleuchtet haben.

Was ich auch interessant fände, einfach 0,5kg kleine Maden kaufen und das ganze dann rein in den Kompost - und dann nur noch ernten. Gibt in den USA glaub so Komposter, die Vorrichtungen zum Madensammeln haben. Wobei wenn ich momentan nach draussen sehe, dann müsste ich meinen Kompost wohl noch extra beheizen, damit das funktioniert.

Am besten ist es natürlich so, wie das Langerwerf offenbar gemacht hat, einfach komplette Kisten fauler Tomaten den Hang runterwerfen und danach mit der Schaufel den ganzen Schlonz mitsamt den Maden in die Terris schaufeln.

Bei mir wurden die Fliegen von Anolis (Anolis sabanus) gerne gefressen, da waren die aufgrund der Beleuchtungsstärke auch relativ aktiv, wobei die bei mir nie so aktiv waren wie z.B. Fleisch-, Stuben- oder Goldfliegen. Wobei mich immer gewundert hat, entwichene sind bei mir im Zimmer auch bei Dämmerlicht munter rumgeflogen.

Die Maden finde ich für Frösche nur generell zum Verfüttern nicht so geschickt, da sie doch relativ klein und hartschalig sind und sich schnell im Substrat verkriechen. Also für Kröten aus trockeneren Gebieten, wo man ein Sand-Lehmgemisch als Bodengrund einsetzen kann, o.k., aber wenn man einen Waldboden imitiert, dann muss man mit Futterschalen arbeiten und das mache ich bei Fröschen nicht so gerne.

Gibt es eigentlich vergleichbar produktive aber kältetolerantere Soldatenfliegenarten als Hermetia illucens?

Grüße

Martin H.
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Martin H. » Samstag 25. Mai 2013, 22:43

Quak hat geschrieben:
dass nur 2-3 Stunden Beleuchtung ausreicht, wusste ich nicht, dann wird es ja tatsächlich auch im Zimmer wieder interessant. Brauchen die aber nicht auch die Wärme?
Etwas Wärme brauchen sie, was die Mindestemperatur ist weiß ich nicht. Bei mir im Keller dürfte es durch die Terrarien um die 20C gehabt haben + die Wärme durch die 2 bis 3 h HQI Bestrahlung.

Eine dicht mit Maden besetzte Box erzeugt selber viel Wärme. Da hab ich über 40C drin gemessen.


Quak hat geschrieben:
Irgendwo im Netz gibt es eine Seite über Zuchtversuche in wissenschaftlichem Rahmen und bei denen haben die in Gazekäfigen in Gewächshäusern erst getan, als die noch zusätzlich beleuchtet haben.
Ja, den (oder einen anderen ähnlichen) kenne ich auch. Unter anderem deswegen galten sie als fast unzüchtbar. Da gab es viele Gerüchte: sie brauchen natürliches Licht, sie brauchen UV Licht, sie brauchen viel Flugraum, sie brauchen Pflanzen mit waagrechten Blättern (auf denen die Männchen sitzen um vorbeifliegende Weibchen abzufangen),... bis es jemand mal ausprobiert und festgestellt hat, dass es auch in kleinen Boxen mit künstlicher Beleuchtung geht. Dann haben es andere mit anderen Lampen und in anderen Behältergrößen probiert und hatten auch Erfolg.
Keine Ahnung warum es die Wissenschaftler nicht geschafft haben, evtl. hat ein anderer Paramenter nicht gepasst. Falsches Eiablagesubstrat oder so!?


Quak hat geschrieben:
Was ich auch interessant fände, einfach 0,5kg kleine Maden kaufen und das ganze dann rein in den Kompost - und dann nur noch ernten.
Daran hatte ich auch schon gedacht. Leider bietet obiger Anbieter nur Kilo Pakete an und die sind bei den Mini recht teuer bzw. zu viele um sie zu verbrauchen und dann relativiert sich der Preis schnell. Bei den Mini sollen in einem Kilo mehr als 15.000 Larven sein. Die muss man erst mal verfüttern können. Evtl. mal anschreiben ob sie (im Abo) auch kleinere Mengen verkaufen. So 250 ml in der Größe Mini, damit sollte man eine Weile auskommen können.
In USA gibt es auch Händler die Eier verkaufen (Wellpappe mit Eipackten drin).

Quak hat geschrieben:
Gibt in den USA glaub so Komposter, die Vorrichtungen zum Madensammeln haben. Wobei wenn ich momentan nach draussen sehe, dann müsste ich meinen Kompost wohl noch extra beheizen, damit das funktioniert.
Es gibt kommerzielle Komposter mit Erntevorrichtung und viele Selbstbauten. Schau mal auf youtube, da findest Du zig Anleitungen zu. Allerdings erntet man damit die verpuppungsreifen recht hartschaligen Larven. Die würde ich für Frösche nicht mehr nehmen. Wohl eher was für Hühnerzüchter und Fischmäster (Stichwort Aquaponic).

Jüngere Stadien kann man aber auch recht einfach ernten. Einen Tag nicht so kräftig füttern und dann einen halben Apfel auf das Substrat legen. Da bohren sie sich dann rein und man kann die Larven ohne Substrat einfach aus dem Apfel rausschütteln.


Quak hat geschrieben:
Am besten ist es natürlich so, wie das Langerwerf offenbar gemacht hat, einfach komplette Kisten fauler Tomaten den Hang runterwerfen und danach mit der Schaufel den ganzen Schlonz mitsamt den Maden in die Terris schaufeln.
...oder so! =;-) Berichte, wenn Du es auf Deinem Balkon mal testen solltest! =;-)

Quak hat geschrieben:
Gibt es eigentlich vergleichbar produktive aber kältetolerantere Soldatenfliegenarten als Hermetia illucens?
Nicht dass ich wüsste bzw. hab ich mich noch nicht näher beschäftigt. Die Fliegen gehören zu den Waffenfliegen, die m.W.n. auch in Europa vorkommen. Vielleicht gibt es da auch einen brauchbaren Vertreter drunter.

Ach ja, was man evtl. auch wissen sollte. Der Begriff Phoenixworm für die Soldatenfliegen ist ein geschützter Markenbegriff. Es wird ja oft auf den Nährwert und das gute Calcium/Phosphor Verhältnis der Larven hingewiesen. Anfangs wurde dabei oft auf die Webseite der Phoenixwurmhersteller verlinkt. Die ernähren ihre Maden angeblich speziell. Mich würde daher interessieren, ob Maden die z.B. nur mit organischem Abfall ernährt wurden die gleichen Nährwerte haben oder ob da das Calcium/Phosphor Verhältnis nicht evtl. etwas anders ausfällt. ...es kann ja eigentlich nur drin sein, was man auch reinsteckt, oder?

viele Grüße
Martin

Quak
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Quak » Sonntag 26. Mai 2013, 10:25

Hallo Martin,

ich hab mich mal etwas schlau gemacht, Hermetia illucens soll auch in Südeuropa vorkommen (also von wegen Herkunft nur Nordamerika + Australien, die kommen wahrscheinlich überall vor, wo es warm genug ist). Vielleicht unterscheiden sich da unterschiedliche Populationen auch bezüglich ihrer Ansprüche.

Wegen den Inhaltsstoffen, wenn man von dem absieht, was die Tiere im Darm haben, kann ich mir kaum vorstellen, dass die Tiere sich bezüglich des Calcium- und Phosphorgehalts durch die Fütterung in ihrer Zusammensetzung irgendwie groß beeinflussen lassen. Also wäre tatsächlich interessant, ob die Tiere natürlicherweise diese Inhaltsstoffe in den beworbenen Mengen aufweisen oder ob die sich kurz vor dem Verkauf z.B. durch eine Knochenmehl-Tomatenpaste oder feuchtes Legemehl fressen und dadurch aufgepeppt werden. Letzteres würde dann nur bis zur nächsten Kotabgabe halten.

Das mit den Abgabemengen von jeweils 1 kg hat mich auch gewundert, ich verstehe schon, dass die Kleinmengen vermeiden wollen, aber angesichts des Preises der Minilarven würden sich da doch wahrscheinlich auch auch eine pfundweise Abgabe rechnen. Kann man die Minilarven im Kühlschrank aufbewahren und dann portionsweise "mästen"?

Grüße

Martin H.
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Martin H. » Sonntag 26. Mai 2013, 11:43

Hallo Florian,

ich könnte mir vorstellen, dass der das Verbreitungsgebiet limitierende Faktor die Temperaturen im Winter sind, oder die Dauer des Winters.
Ich habe auf einer ameirkanischen Seite von Black Soldier Fly fans mal eine Verbreitungskarte gesehen. Dort sollte jeder seine Sichtungen eintragen. Fokus war, soweit ich mich aber erinnere Nordamerika.

Zwecks Nährwert:
Ich dachte, dass die im Körper eingelagerten/angereicherten Stoffe ja irgendwo herkommen müssen. Wenn man diese oder Grundbaustoffe dazu nicht reinsteckt, können sie sich nicht anreifen. Evtl. reichen aber auch normale Gemüseabfälle dafür aus. Kenne mich mit der Thematik zu wenig aus.

Pakete für 10 EUR mit Minilarven wären sicherlich interessant und würde ja dem anderen Verkauspreis des Anbieters für den 1 kg Mix entsprechen, also lohnend sein.
...mal sehen wie sich meine Outdoorzucht entwickelt, evtl. kann ich in Zukunft ja hin und wieder mal mini oder kleine Larven anbieten. Wenn sie erst mal anfangen, sollte es eigentlich möglich sein. Wobei ich keine Ambitionen habe ins Futtertierzuchtgeschäft einzusteigen. Dafür wäre mir die verbundene Arbeit zu groß. ;-)

Zur Lagerung:
Minis habe ich noch nie im Kühlschrank gelagert. Größere schön, dass ging auch eine Weile gut. Andere haben berichtet, dass es ein mal gut ging ein anderes mal aber nicht. Ich denke, dass die Temperaturen im Kühlschrank grenzwertig sind. Lieber etwas wärmer und wenig füttern, dann kann man die Entwicklung auch etwas hinziehen.
Der Futtertierzüchter von dem ich sie habe, hat folgende Lagerhinweise auf seiner Webseite:

Wir halten uns ideal bei 8° - 12°C und leichter Feuchtigkeit. Bei zu feuchter Umgebung sind wir in der Lage an jedem Material hochzukriechen (Ausbruchgefahr!)

viele Grüße
Martin

Quak
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Quak » Sonntag 26. Mai 2013, 23:33

Hallo Martin,

wenn die essentiellen Grundbaustoffe in der Nahrung nicht oder nicht ausreichend vorhanden sind, dann kommt es zu Mangelernährung, Entwicklungstörungen und schließlich zum Tod. Von daher muss in Kompost o.ä. schon alles drin sein, was die brauchen.

Ich kapier aber nicht, wozu ein Insekt soviel Calcium im Körper überhaupt brauchen sollte. Vielleicht ein bißchen was davon für die Nervenzellen bzw. deren Synapsen, falls die wie unsere funktionieren sollten, aber sonst, wo soll das Zeugs denn bei Insekten verbaut oder gelöst werden?

Grüße

Martin H.
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Martin H. » Montag 27. Mai 2013, 06:03

Hallo Florian,

zu Soldatenfliegenlarven liest man ja in der Regel, dass sie ein günstiges Calcium-Phosphorverhältnis. Ich hab aber auch schon gelesen, dass es sich um "Calcium Bomben" handeln soll. Nicht dass da einer das mit dem Calcium-Phosphor-Verhältnis nicht verstanden und "Calcium Bombe" draus gemacht hat.

Ich hab mal versucht Nährwerttabellen zu googeln, aber auf die Schnelle (hab grad nicht viel Zeit) nichts vernünftiges gefunden. Die einen waren in Prozentangaben, die anderen in mg/100gr. Die meisten Webseiten haben leider keine Quellenangaben zu ihren Nährwertauflistungen. Sind vermutlich eh nur voneinander abgeschrieben. Interssant, zu Hermetia illucens hab ich zwei verschiedene Tabellen gefunden, mit teilweise recht unterschiedlichen Werten:
http://hermetia-zucht.de/page/2
http://gecko-gecko.jimdo.com/der-leopar ... ttertiere/

Ich muss mir das heute Abend noch ein mal genauer ansehen.

viele Grüße,
Martin

Martin H.
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Martin H. » Donnerstag 7. November 2013, 17:04

Martin H. hat geschrieben:
Quak hat geschrieben: Was ich auch interessant fände, einfach 0,5kg kleine Maden kaufen und das ganze dann rein in den Kompost - und dann nur noch ernten.
Daran hatte ich auch schon gedacht. Leider bietet obiger Anbieter nur Kilo Pakete an und die sind bei den Mini recht teuer bzw. zu viele um sie zu verbrauchen und dann relativiert sich der Preis schnell. Bei den Mini sollen in einem Kilo mehr als 15.000 Larven sein. Die muss man erst mal verfüttern können. Evtl. mal anschreiben ob sie (im Abo) auch kleinere Mengen verkaufen. So 250 ml in der Größe Mini, damit sollte man eine Weile auskommen können.
Der Züchter liest mit und geht auf Kundenvorschläge ein: Inzwischen bietet www.hermetia-zucht.de die Größen "klein" und "mini" auch in kleineren Gebinden an.

viele Grüße
Martin

Martin H.
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Martin H. » Donnerstag 21. August 2014, 11:09

Hi,

falls jemand günstiges Kröten(aufzucht)futter sucht: Bei Hermetia-Zucht.de haben sie gerade große Maden im Angebot für 7,80 EUR pro Kilo. Versand sind 5,50 EUR.

viele Grüße
Martin

Quak
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Re: Soldatenfliegen (Hermetia illucens) als Aufzuchtfutter?

Beitrag von Quak » Mittwoch 1. Oktober 2014, 09:11

Hallo,

angefixt durch eine kostenlose Probe "Mini-Maden" von Martin (auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank dafür!) und da mir das Preis-Leistungsverhältnis sehr attraktiv erschien, habe ich inzwischen dieses Futtertier ebenfalls in unterschiedlichen Größen und bei mehreren meiner Pfleglinge getestet und dabei folgende Beobachtungen gemacht:

1) Coloradokröten (Bufo [Incilius] alvarius; 1,5-3,0cm KL)
Ganz kleine Maden (3-4mm) wurden sehr gerne angenommen und offenbar auch gut verdaut. Etwas größere Maden (5-8mm) wurden aber (teilweise?) wieder fast unverändert ausgeschieden, d.h. ich habe mehrer Kotballen gefunden, die nur aus zusammengeklebten Maden bestanden, die zwar tot waren, aber ansonsten bezüglich Färbung, Volumen usw. denen lebender Maden praktisch völlig glichen. Offenbar bekommt das Verdauungssystem der Kröten die Chitinhülle der Maden nicht geknackt.

2) Korallenfingerlaubfrösche (Litoria caerulea)
Hier habe ich ebenfalls Kotballen gefunden, die quasi rein aus unverdauten Maden ("groß") bestanden.

3) Gebänderter Krallengecko (Coleonyx variegatus)
Hier fanden sich nach der Fütterung ebenfalls Kotballen aus unverdauten Maden ("mittel" + "klein").

4) Stirnlappenbasilisken (Basiliscus plumifrons)
Neben Kotballen, die praktisch nur aus unverdauten Larven ("groß") bestanden, habe ich hier auch im Wasserbecken viele tote Maden entdeckt. Da die Basilisken gerne im Wasserbecken koten, liegt der Verdacht nahe, dass die Maden über den Magendarmtrakt der Echsen hierher gelangten, da ich sie in einem Futternapf mit überhängendem Rand angeboten habe, aus dem sie selber schwerlich den Weg heraus und ins Badebecken gefunden haben dürften. In dem Futternapf befanden sich auch noch nach Tagen Maden, d.h. diese sind bei den Basilisken als Futter darüber hinaus offenkundig nicht sehr beliebt.

Mein persönliches Fazit: Abgesehen von wirklich kleinen (3-4mm) und dadurch wahrscheinlich sehr dünnhäutigen Larven -so ich denn zukünftig an diese herankommen sollte- werde ich keine Soldatenfliegenlarven mehr an meine Amphibien und Reptilien verfüttern.

Ich würde mich freuen, wenn auch andere Halter ihre -positiven oder negativen- Erfahrungen mit diesem Futtertier mit uns teilen würden.

Grüße

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